Jeder kennt die Schimpfworte „Dumme Sau“, „Dreckschwein“ oder „Faules Schwein“.
Das Schwein gilt als dreckig, dumm und faul. Daher sind diese Schimpfworte nicht weithergeholt, auch, wenn keines davon tatsächlich auf das echte Schwein zu trifft.

Wie bei einer Medaille gibt es auch beim Schwein zwei Seiten. Neben seinem negativen Ruf gibt es auch die Seite des Wohlwollens. Das Schwein steht in vielen Kulturen für Fruchtbarkeit, Reichtum und dient als Glückssymbol. Diese Ehre liegt wohl daran, dass das Schwein recht fruchtbar ist und in Zeiten, in denen man weniger zu Essen hatte, war es ein guter Fleischlieferant. Wer ein Schwein hatte zur damaligen Zeit, hatte Glück, denn er musste keinen Hunger leiden. Im Gegenteil. Das Schwein als Grundstock sorgte dafür, dass sich das Vermögen des Schweinehalters mehrte.

So kam es auch zu dem Ausdruck „Schwein haben“, welcher für „unverhofftes Glück“ steht. Entstanden ist der Ausspruch wohl im Mittelalter, als bei Wettkämpfen der Verlierer neben spöttischen Glückwünschen auch ein Ferkel bekam. Dieses Ferkel stellte für den Verlierer jedoch unverhofftes Glück dar, konnte er mästen und neue Ferkel züchten.

Einem Gerücht zur Folge bekamen in früheren Zeiten Studenten, die als landwirtschaftliche Helfer tätig waren, am Ende ihrer Arbeitszeit ein Ferkel überreicht als Symbol für Glück und Wohlergehen.

Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass in einigen Kulturen der Jahreswechsel mit einem Schweinebraten oder ähnlichem gefeiert wurde, da der Verzehr von Schweinefleisch Glück, Geld und eine gute Ernte im neuen Jahr bringen sollte.

Um 1500 tauchte das Schwein zum ersten Mal auf Spielkarten in Süddeutschland auf. Das As, damals Daus genannt, war zuvor eine geringwertige Spielkarte. Erst durch die neue Symbolik, dem Glücksschwein, kam sie zu ihrem heutigen Ruhm und sticht sogar den König aus. In Bayern nannte man diese Spielkarte ab dem 16. Jahrhundert Eichelsau, Schellensau usw.