Es wird vermutet, dass uns das Schwein schon seit gut 9.000 Jahren begleitet. Wie es dazu kam, ist nicht ganz geklärt.

Wahrscheinlich ist, dass das Schwein, wie auch heute noch einige Wildschweine, von sich aus die Nähe zum Menschen suchten, da diese einen reich gedeckten Tisch in Form von Abfällen darboten. Dem Mensch kam diese Gesellschaft sicher ganz recht, war es doch kein Leichtes einen Eber zu erlegen. Die Tiere damals waren weit größer als unsere Wildschweine heute.

Noch bis in die Zeit der Heldenmythen scheint es eine besondere Tat gewesen zu sein, einen Eber zu erlegen. Beispiele hierfür sind die Heldenmythen, wie „Herakles und seine 12 Arbeiten“, sowie aus der neueren Zeit die Erwähnung in dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“.

Kamen die Schweine nun freiwillig an das Lager des Menschen, war es viel leichter eine Sau zu erlegen und deren Ferkel in die eigene Obhut zu nehmen. Die Frischlinge wurden von den Frauen aufgezogen, in manchen Naturvölkern sogar gesäugt an der eigenen Brust. Die kontaktfreudigen und geselligen Tiere wurden rasch zutraulich und erkannten den Mensch als ihr Leittier an.

All dies wurde aber auch erst möglich, durch das Sesshaftwerden des Menschen. Dem Menschen als Nomadenvolk waren Schweine eher hinderlich, im Gegensatz zu Schafen oder Ziegen.

Das Schwein war recht günstig zu halten, da man es sowohl auf der Weide und im Wald hatte laufen lassen können, wo es sich u.a. Bucheckern suchte und fraß, als auch im Stall oder Garten, um es dort mit Tischabfällen zu versorgen. Außerdem bringen Schweine mehr als 1-2 Jungtiere zur Welt. Eine Sau kann 10-20 Ferkel im Jahr werfen. Eine Kuh nur 1-2 Kälber. Man verwendete außerdem das ganze Tier. Fleisch wurde gewonnen, sowie aus Knochen und Eberzähnen Werkzeuge und Schmuck hergestellt. Sogar der Mist wurde als Dünger verwand.

Die ersten Knochenfunde kommen aus Gebieten, in denen man Schweinehaltung nicht unbedingt vermutet. So stammen die ersten Hausschweine aus Ländern wie dem Irak, Iran, Syrien, Ägypten, Südosteuropa und Ostasien. Ab der Jungsteinzeit, auch Neolithikum genannt,  begann die Haustierwerdung. Aus Wildschweinen wurden zahme Hausschweine, was sich nicht nur im Verhalten, sondern auch im Aussehen widerspiegelte. Über die Jahrtausende verformten sich die Schädel der Tiere. Ihr Hirn
wurde kleiner, die Körpergröße anfangs ebenfalls.

Das Borstenkleid änderte seine Farbe sowie seine Dichte und Länge. Aus Stehohren wurden Schlapp- und Hängeohren. Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Schweinerassen, welche alle in den letzten zwei Jahrhunderten entstanden.