Obwohl wir Menschen in unserem Sprachgebrauch das Schwein oft als Schimpfwort benutzen und es heutzutage völlig unterschätzen, war es lange Zeit ein wertvoller Wegbegleiter, der nicht nur als Fleischlieferant diente. Das Schwein besitzt eine hohe Intelligenz, einen hervorragenden Geruchssinn und ist extrem lernfähig. Diese Eigenschaften brachten ihm einige „Berufe“ ein, aber ließen auch zu, dass wir Menschen das Tier ausnutzen.
Schweine wurden früher u.a. eingesetzt als Zugtiere von kleinen Karren. Im alten Ägypten dienten sie als Erntehelfer, in dem sie die Saat eintrampelten. Auch zur Trüffelsuche wurden Schweine ausgebildet, da sie einen herausragenden Geruchssinn mit dem Drang zum Wühlen in sich vereinigen. Diese Fähigkeit brachte ihnen auch den Einsatz als „Rauschgiftsuch-Schwein“ ein, sowie in früheren Zeiten als Jagdbegleiter. Wie Jagdhunde wurden Schweine ausgebildet zum Vorstehen, Aufspüren und Apportieren.

Nichtsdestotrotz diente es über all die Jahre hauptsächlich als Fleisch- und Lederlieferant. Und auch den Einsatz als Kriegswaffe, Hai-Köder, Versuchstier und Zirkusschwein sind eher düstere Kapitel in der Geschichte des Schweins. So wurden die Tiere mit Pech bestrichen, angezündet und gegen den Feind ins Feld geschickt, um Kriegselefanten zu stoppen. Auf Volksfesten wurden sie zur Belustigung zur Show gestellt und mussten um die Wette rennen. Oder gar um ihr Leben. Heute dienen sie uns desweiteren als Organspender.

Das Schwein – ein Tier, was uns seit gut 9.000 Jahren begleitet und uns so viel Gutes tut.

Weitere Gründe für das Vermeiden von Schweinefleisch liegen in der Versteppung der Gebiete und dem Schwein als Nahrungskonkurrent. Außerdem waren viele islamische Völker Nomaden und die Schweinehaltung hinderlich. Die Schweinehaltung stand für Sesshaftigkeit, deren Angehörige kulturell höher zu stehen schienen und als sozialökonomischer Gegner der Nomaden angesehen wurden. Daher war die Schweinehaltung ein verhasstes Objekt der Nomaden. Schweine scheinen jedoch auch damals schon als unrein gegolten zu haben, aufgrund der Tatsache, dass sie sich gern im Schlamm suhlen und im Dreck wühlen. Dazu kam, dass Schweine Allesfresser sind, die auch Kot und Aas verspeisen. Außerdem führte eine falsche Haltung, Mangelernährung und schlechter Umgang mit den Tieren dazu, dass einige Schweine ihre eigenen Ferkel fraßen.

Dies alles können Gründe dafür sein, dass in einigen Kulturen Schweinefleisch verabscheut wird. Doch auch hier sind die Gründe dafür „hausgemacht“ von Menschenhand.

Für andere Völker war Schweinefleisch jedoch eine wirtschaftliche Grundlage für Nahrung und den Tauschhandel. Desweiteren wurden Schweine als Opfertiere gehalten und bei kultisch-religiösen Festen in großen Mengen geschlachtet und verzehrt. In Vietnam steht das Schwein ebenfalls als Glückssymbol und alle zwölf Jahre findet das Jahr des Schweins statt. In Ostasien und China gilt das Schwein ebenfalls als Symbol des Glücks und steht für die Quelle des Reichtums. So ist es nicht verwunderlich, dass Schweine aus Ton und anderen Materialien als Grabbeigaben den Verstorbenen mitgegeben wurden. Die Chinesen haben auch ein Sternzeichen „Schwein“.